Liebe Moni,
ich hoffe, diese Worte bringen auch nur annähernd zum Ausdruck, wie dankbar wir Dir sind und welchen Stellenwert Du im Leben unseres Sohnes hattest:
Nach mehreren gescheiterten Eingewöhnungsversuchen in einer Stuttgarter Kita, waren wir verzweifelt auf der Suche, nach einer geeigneten Betreuung für unseren damals gut 1 1/2-jährigen Sohn. Er kam mit dem Kita-Konzept (offene Räume, riesige Gruppen mit Kindern aller Altersstufen, feste Ess- und Schlafzeiten in sehr lauter Atmosphäre etc.) überhaupt nicht zurecht. Wir konnten es letztlich nicht mehr mitansehen, wie sehr er dort gelitten hat. Denn er ist kein „komplikationsloses Mitläufer-Kind“ gewesen, das sich nach einer Weile schon angepasst hätte.
Mit dem Konzept „Tagesmutter“ hatten wir uns davor nie wirklich beschäftigt, hatten diese Art der Betreuung gar nicht auf dem Schirm. Durch den Tagesmütterverein wurden wir sehr nett beraten und bekamen dann (trotz zeitlich angespannter Situation) gleich mehrere Vorschläge. Trotz allem blieb bei mir diese Unsicherheit, ob ich mein Kind wirklich einer völlig fremden Person in quasi „unbewachter“ Umgebung anvertrauen sollte. Aber diese Sorge hast Du mir schon bald genommen.
Als wir Dich, liebe Moni, dann das erste Mal besuchten, war ich überrascht, wie wenig es bei Dir nach Mini-Kita aussah. Du hattest die Kinder einfach in Deine Wohnung, Dein Leben und das Leben Deiner Kinder integriert. Sie konnten dort in gemütlicher, familiärer Atmosphäre spielen, als ob sie gerade zu Besuch bei Freunden mit Kindern waren. Es gab nichts Gezwungenes, kein „Konzept“. Unser Sohn, der in der Kita solche Kontaktängste hatte, blieb von Tag 1 an mehrere Stunden alleine bei Dir, weil er sich dort wohl, sicher und geborgen fühlte. Und verstanden. Was ich immer am allermeisten an Dir bewundert habe (und auch heute noch bewundere), ist Deine Fähigkeit, jedes Kind einfach so anzunehmen, wie es ist.
Für Dich ist die Betreuung der Kinder nicht nur ein Job, der mit dem nachmittäglichen Abholen endet. Du siehst die Kinder als das, was sie sind: Individuen mit unterschiedlichen Charakteren und Bedürfnissen. Du gehst völlig unbefangen mit einer wirklich beneidenswerten Gelassenheit und Geduld auf die Kinder ein. Du respektierst unterschiedliche Schlafbedürfnisse und Essensvorlieben. Sogar unser sehr mäkeliger Esser ist bei Dir immer satt geworden. Und bei so vielen Gelegenheiten wurde mir klar, dass unser Sohn Dir wirklich am Herzen liegt. Du hast kleine Wunden (Bienenstich!) versorgt, als wäre er Dein eigenes Kind, hast getröstet, aufgepasst, dass er keinen Sonnenbrand bekommt, genug trinkt, hast ihn gefördert, indem Du auf seine (teilweise doch sehr speziellen :-)) Interessen eingegangen bist, und ihn – so ganz nebenbei – erste soziale Kontakte zu den anderen Kindern (und Deinen eigenen) knüpfen lassen. Du hast Dich gesorgt, wenn er mal krank war und bist nie „mit der Stechuhr“ dagestanden, wenn es mit dem Abholen mal zeitlich knapp wurde. Sehr schön war auch, dass wir uns beim Kaffeetrinken ganz ungezwungen über alles austauschen konnten.
Zu wissen, dass das eigene Kind – das Kostbarste das man hat – bei einer Person der man vertraut, gut und sicher aufgehoben ist, ist einfach unbezahlbar.
Was unser Sohn und wir Dir verdanken, lässt sich nicht in Worte fassen. Du warst damals wie ein Rettungsanker in der Not und wirst deshalb immer fester Bestandteil unserer Erinnerung und der Entwicklung unseres Sohnes sein.
Vielen Dank für alles!
Adina und Claudius mit V.